Die Richtgrössen für die Berechnung eines gesunden Gastronomiebetriebes, rund 30% Lohnkosten, 30% Warenkosten, 12% Betriebsaufwand und 14% Finanz-und Anlageaufwand um einen Gewinn von 14% zu erzielen, sind in der Schweiz längst nicht mehr realistisch. Für gastgewerbliche Betriebe ist es deshalb von existenzieller Bedeutung, dass sich der Faktor Arbeit nicht durch Erhöhung der Lohn Nebenkosten weiter verteuert. Im Jahr 2014 beliefen sich gemäss Bundesamt für Statistik die Kosten pro Arbeitsstunden für Unternehmen des sekundären und tertiären Sektors gesamthaft auf Fr. 59.60, knapp 50% Lohnkosten. Damit befindet sich die Schweiz im Europavergleich (EU Länder im Durchschnitt Fr. 27.-) an erster Stelle. Die Wettbewerbsfähigkeit, gegenüber dem grenznahen Ausland würde weiter geschwächt werden und jede Verteuerung gefährdet Betriebe und selbsterklärend auch Arbeitsplätze. Die Initiative mag gut gemeint sein, bei genauerer Betrachtung schwächt sie unsere Altersvorsorge für die Zukunft, kostet Milliarden und begünstigt die Falschen. Rund 1,9 Milliarden pro Jahr, ein stattlicher Betrag, werden heute vom Gastgewerbe an die AHV bereits bezahlt. Gleichzeitig erwirtschaftet die Branche einen steuerbaren Umsatz von knapp 26 Milliarden. Das Gastgewerbe gehört zu den bedeutendsten Arbeitgeber in der Schweiz. Wenn auch in Zukunft zirka 210‘000 Menschen in der Gastronomie Arbeit haben sollen und über 8‘000 Auszubildende eine berufliche Perspektive, dann sollte jeder Gastronom und KMU Betreiber am 25. September 2016 ein Nein zur AHVplus Initiative in die Urne legen.

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Jacqueline Wunderer, Landrätin, Inhaberin Restaurant zur Sonne in Röschenz